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Deutsche Chefs sind gerne Führungskraft

Überlingen/Bad Harzburg, September 2009. Deutsche Chefs lieben ihren Job. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Führungsrollen – Beruf und Berufung deutscher Manager“, für die die Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft GmbH von Mai bis Juni dieses Jahres 547 Managerinnen und Manager verschiedener Branchen und Unternehmensgrößen befragt hat. 96 Prozent bestätigten: „Ja, meine Führungsrolle macht mir Spaß.“ Als Gründe dafür  wurden am häufigsten genannt die Möglichkeiten, Menschen anzuleiten und zu fördern (52,9 Prozent), Verantwortung zu übernehmen (49,5 Prozent) und Probleme zu lösen (38,1 Prozent).

Zwischen Beruf und Berufung

Die Hälfte der Befragten sieht in der Übernahme der Führungsaufgabe „eine Berufung“ (Männer: 53,6 Prozent, Frauen: 42,9 Prozent). Als einen „Job wie jeder andere auch“ empfinden 31,8 Prozent der Befragten ihr Tätigkeitsgebiet. Eher unfreiwillig in die neue Position „hineingeschlittert“ ist die Minderheit.

Gefragt, wie und womit Führungskräfte ihre tägliche Arbeitszeit verbringen, lautet die häufigste Antwort: reden. Gemessen am Zeitbudget aller Führungskräfte nehmen die Gespräche mit Mitarbeitern den größten Anteil ein (21,4 Prozent). Dahinter folgen Vertrieb, Planung der Geschäftsprozesse und Kommunikation mit internen Gremien.

Dabei zeigten sich die Befragten durchaus selbstkritisch. Nur 14,6 Prozent gehen davon aus, dass sie ihre Führungsrolle optimal ausfüllen. Die Mehrheit erklärt Fehler und Versäumnisse mit zu wenig Zeit, zu starkem Druck verbunden mit zu hoher Arbeitsbelastung und zu wenig Befugnissen.

Vorbereitung "on the job" oder außerhalb des Unternehmens


Wichtigste Kompetenz einer Führungskraft ist laut der Studie Authentizität. Für zwei von drei befragten Managern (64 Prozent) ist diese Eigenschaft unabdingbar, um Mitarbeiter zu motivieren. Ebenfalls erforderlich: Belastbarkeit, Begeisterungsfähigkeit und Einfühlungsvermögen.

59,3 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie sich im Privatleben genauso geben und verhalten wie im Beruf, also „kein anderer Mensch“ sind. Damit korrespondiert die Annahme, dass sich die angehende Führungskraft auch außerhalb der Büroräume auf ihre künftige Rolle vorbereiten kann. Knapp die Hälfte (49,7 Prozent) geben an, anhand von Lern- und Lebenserfahrungen jenseits des Unternehmens auf ihre jetzige Führungsrolle vorbereitet worden zu sein – also in ihrer Rolle als Vater, Mutter, Kind, Vereinspräsident, Mannschaftskapitän, Musiker oder Hobbyschauspieler. Die wichtigste Vorbereitung erfolgt jedoch mit 68,2 Prozent Zustimmung „on the job“. Training und Coaching tun ihr Übriges, um Know-how und Hilfestellungen für die Führungsaufgabe zu vermitteln. Immerhin 22 Prozent der Befragten sind laut eigener Aussage im Studium auf ihre Rolle vorbereitet worden. Traurig: 10,4 Prozent geben an, überhaupt nicht auf ihre Führungsposition vorbereitet worden zu sein.

Überraschend einig sind sich die Befragten, wer ein Vor- und Leitbild für gute Führung ist. Ohne Angaben oder Vorschläge seitens der Akademie entschieden sich 38 Manager für Altbundeskanzler Helmut Schmidt, gefolgt von US-Präsident Barack Obama (31 Nennungen), Bundeskanzlerin Angela Merkel (12) sowie Fußballer und Trainer Jürgen Klinsmann (11).

Quelle: Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft GmbH
Weitere Studien finden Sie hier.


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